Die Geschichte der Hose

Die Geschichte der Hose

Nach dem 15. Jahrhundert, Italien. St. Pantaleon war ein christlicher Arzt und Märtyrer. Auf Befehl des römischen Kaisers Diokletian wurde er im Jahr 305 enthauptet; er ist der Schutzpatron Venedigs, und Glasphiolen mit seinem (angeblich noch immer flüssigen) Blut werden in mehreren italienischen Städten aufbewahrt. Pantaleon ist vermutlich der einzige Hei­lige, dem die zweifelhafte Ehre zukommt, einem Kleidungsstück als Namensgeber zu dienen — auch wenn die Geschichte dieser »Taufe« eher ins Reich der Fabel gehört. Sein Same bedeutet wörtlich »All-Löwe« (panta, griechisch »alles«; leone, italienisch »Löwe«), und obwohl er ein guter und gottesfürchtiger Arzt war, ging er aus unerfindlichen Gründen in die italienische Volks­mythologie ein — als liebenswerter, aber einfältiger Hanswurst, dessen Lebenswandel zweifellos nicht dem eines Heiligen ent­sprach.

Es ist der komische Pantaleone der italienischen Bühnen­tradition, der durch seine Späße und seine Kostümierung den Hosen schließlich seinen Namen gab. Als elender Geizhals ließ er seine Diener hungern, bis sie spindeldürr geworden waren, und obwohl er auf seinen guten Ruf als Edelmann bedacht war, lieb­äugelte er mit den Frauen, die sich in aller Öffentlichkeit über ihn lustig machten. Diese Züge verkörpern sich in dem hageren, dunkelhäutigen, spitzbärtigen Pantalone, wie er jetzt hieß, der italienischen commedia del arte des 16. Jahrhunderts. Zu dieser Bühnenrolle gehörten unter anderem ein Paar rote Pluderhosen, die vom Knöchel bis zum Knie eng ansaßen und sich dann bis zum Gürtel bauschten.

Diese Form der Stegreifkomödie, bei der lediglich die Charak­tere und das Szenario vorher feststanden, wurde von Wander­bühnen nach England und Frankreich gebracht, und der Dar­steller des Pantalone trug stets seine auffallende Hose. In Frankreich nannte man ihn und sein Kostüm Pantalon, in Eng­land Pantaloon. Shakespeare erwähnte die Figur in seiner Komödie Wie es Euch gefällt und trug so zur Popularisierung des englischen Begriffs bei.

Im 18. Jahrhundert, als die pantaloons — zu dieser Zeit eine stilisierte Version von Kniebundhosen — die Küsten der Neuen Welt erreichten, wurde ihre Bezeichnung zu pants abgekürzt.

Hosentaschen.

Obwohl sie einfach und unentbehrlich sind, gibt es Hosentaschen erst seit dem Ende des 16. Jahrhunderts. Geld, Schlüssel und persönliche Gegenstände wurden in ein Stück Tuch gewickelt, eine improvisierte Börse, und an irgendeiner zweckmäßigen Stelle der Kleidung verstaut.

Für einen Mann jener Tage war sein sogenannter Hosenbeutel ein beliebter Ort für die persönlichen Habseligkeiten. Diese Ausbeulungen vor dem Unterleib, die aus der Mode kamen, als sie wegen ihrer Übergröße lästig wurden und überdies spöttische Bemerkungen provozierten, boten ursprünglich den Trägern eine bequeme Möglichkeit, ihre Hosen zu öffnen. Die damalige Mode schrieb vor, hinter den zugeknöpften Latz ein Stück Tuch zu stopfen, und dort konnte man auch am besten das Sacktuch mit den persönlichen Wertsachen verstauen. Als der Hosenbeutel aus der Mode kam, wurde aus dem Sacktuch eine kleine lederne Tasche mit einer Schlaufe, die einfach am Gürtel befestigt wurde.

Die ersten Hosentaschen kamen gegen Ende des 16. Jahrhun­derts auf. Sie entwickelten sich in zwei Phasen. Zunächst wurde ein senkrechter Schlitz in die Hose geschnitten und pludrig unterfüttert. In diese Öffnung konnte man das Sack­tuch stecken, das durch das Unterfutter gehalten wurde. Wicht lange, und das Unterfutter, welches das Sacktuch aufnahm, wurde zur selbständigen Hosentasche.

Die Hosentaschen erwiesen sich als bequem und nützlich. Während des folgenden Jahrhunderts wurden eingenähte Taschen auch bei Mänteln und Umhängen für Frauen und Män­ner üblich.

Knickerbocker.

Ähnlich wie die ersten Breecheshosen waren Knickerbocker weitgeschnittene Überfallhosen, die knapp unter dem Knie von einem Bund zusammengehalten wurden. Der Familienname Knickerbocker war unter den holländischen Sied­lern in New Amsterdam, dem späteren New York, die solche Hosen zu tragen pflegten, sehr verbreitet. Doch erst der ameri­kanische Schriftsteller Washington Irving machte die Bezeich­nung Knickerbocker für diese Hosenmode populär.

Unter dem Pseudonym Dietrich Knickerbocker veröffent­lichte Irving 1809 die Humoristischen Geschichten von New York. Der fiktive Autor, ein phlegmatischer holländischer Spießbürger, beschrieb seine Landsleute, die die besagten Überfallhosen trugen. Im Text fanden sich zahlreiche illustrierte Beispiele, und die Amerikaner übernahmen das Modell, vor allem als Beinklei­der für kleine Jungen.

Pumphosen.

In einer Hose mit sackartig herabhängenden Beinen, die an den Knöcheln zusammengehalten wurden, kom­biniert mit einem kurzen, um die Taille gegürteten Überkleid, zeigte sich im Jahr 1851 Amelia Jenks Bloomer aus Homer, New York, demonstrativ in der Öffentlichkeit. Die Idee zu dieser Kleidung stammte von ihrer Freundin Elizabeth Smith Miller. Doch es war Amelia Bloomer, eine frühe Feministin und ent­schiedene Anhängerin der Reformerin Susan B. Anthony, die in den Vereinigten Staaten so sehr mit dieser männlichen Kostü­mierung in Verbindung gebracht wurde, dass Pumphosen in den USA schließlich bloomers hießen.

Hosen, damals eine reine Männersache, gefielen Amelia Bloo­mer. Sie trat für eine Reform der Frauenmode ein, da die weiten Reifröcke ihrer Zeit die Anatomie ihrer Trägerinnen höchst auf­fallend zur Schau stellten, nicht wärmten und zudem äußerst hinderlich waren — nicht nur beim Hineinmanövrieren, sondern auch, wenn eine Frau auf einem sehr privaten Örtchen damit zurechtkommen musste. Zu allem Überfluss waren seit 1840 Krinolinen aus gestärktem Leinen und Pferdehaar en vogue, die das spezifisch Weibliche noch stärker unterstrichen.

Amelia Bloomer weigerte sich, die allgemeine Mode mitzu­machen. Und als die Kampagne für das Frauenwahlrecht zunehmend Anhängerinnen fand, machte Mrs. Bloomer aus den Hosen ein Zeichen der Rebellion. Einen weiteren Schub erhielt die Hosenmode für Frauen durch die Fahrradbegeisterung der achtziger und neunziger Jahre im vorigen Jahrhundert. Röcke verfingen sich leicht zwischen Fahrradkette und Zahnkranz, was immer wieder zu Unfällen führte. Pumphosen wurden zur idealen Freizeitkleidung — und ließen außerdem keine eindeu­tige Antwort mehr auf die alte Frage zu, wer daheim die Hosen anhatte.

Blue Jeans.

Bevor Jeans blaugefärbt waren und noch bevor sie überhaupt als Hosen bekannt waren, verstand man in den USA unter Jeans Baumwollgewebe in Köperbindung zur Her­stellung von Berufskleidung. Der Stoff kam aus Genua, auf französisch »Genes«, woraus wiederum das amerikanische »Jeans« abgeleitet ist.

Die Geschichte der heutigen Blue Jeans ist eng mit der Bio­graphie eines Schneiders namens Levi Strauss verknüpft, der mit 17 Jahren in die Vereinigten Staaten eingewandert war. Strauss kam gerade zur rechten Zeit in San Francisco an, als dort in den Jahren nach 1850 der Goldrausch ausgebrochen war und er mit dem Verkauf von Segeltuch für Zelte und Planwagen gute Ge­schäfte machen konnte. Als aufmerksamer Beobachter bemerkte er, dass die Hosen der Goldgräber sehr stark strapaziert wurden und innerhalb kurzer Zeit durchgescheuert waren; er begann, Overalls aus Segeltuch zu nähen. Diese Berufskleidung war zwar grob und steif, dafür jedoch äußerst haltbar, und Strauss hatte keine Probleme, Abnehmer dafür zu finden.

Zu Beginn der sechziger Jahre ersetzte er das Segeltuch durch Baumwollköper, ein weicheres Gewebe, das aus Nîmes in Frank­reich stammte, in Europa unter der Bezeichnung serge de Nîmes bekannt war und in den USA zu denim verkürzt wurde. Strauss entdeckte, dass die an sich naturfarbenen Hosen durch eine Indigofärbung weniger schmutzempfindlich wurden, was ihre Beliebtheit beträchtlich steigerte. Cowboys, die eng anliegende Hosen bevorzugten, warfen eine neue Hose von Strauss erst einmal in eine Pferdetränke, streiften sie tropfnass über und legten sich damit in die Sonne, um sie am Körper trocknen und hauteng schrumpfen zu lassen.

Hosen aus Baumwollköper scheuerten zwar nicht so schnell durch, doch die Goldgräber klagten häufig darüber, dass die Hosentaschen das Gewicht ihrer Werkzeuge nicht aushielten und an der Naht einrissen. Strauss löste das Problem, indem er die Idee eines russisch-jüdischen Schneiders namens Jacob Davis aufgriff. Im Jahr 1873 wurden die Nähte der Hosentaschen in den Ecken mit Kupfernieten verstärkt, ebenso die Naht im Zwickel, damit sie nicht aufplatzte, wenn die Goldgräber sich hinhockten, um ihre Goldpfannen zu schwenken.

Dieser Niet im Hosenschritt warf allerdings ein unerwartetes neues Problem auf. Die Goldgräber, die noch nie in ihrem Leben etwas von Unterwäsche gehört hatten, beklagten sich jetzt dar­über, dass sich dieser Niet stark erhitzte, wenn sie etwas zu nahe am Lagerfeuer kauerten, und ihnen an einer besonders empfind­lichen Stelle eine schmerzhafte Verbrennung zufügte. Der Niet verschwand wieder. Jahrzehnte später wurden auch die Nieten der Gesäßtaschen aufgegeben, weil die Kinder damit ihre Schul­bänke zu sehr verkratzten.

Blue Jeans, lange Zeit eine reine Berufskleidung, wurden erst­mals im Jahr 1935 zu einem Modeartikel. In diesem Jahr erschien in der Modezeitschrift Vogue eine Anzeige, auf der zwei elegante Damen mit enganliegenden Jeans zu sehen waren, die für den neuen western chic warben. Diese Modewelle war jedoch geradezu harmlos im Vergleich zu der, die sich aus der Konkur­renz der Designer-Jeans der siebziger Jahre entwickelte. Die ursprünglich für schwere Arbeit gedachten Hosen wurden zu einer Freizeitkleidung, deren Produktion eine gewaltige Indu­strie ins Leben rief. Auf dem Höhepunkt des Kriegs der Designer-Jeans wurden beispielsweise allein von Calvin-Klein- Jeans trotz (oder gerade wegen) ihres hohen Preises von 50 Dollar Woche für Woche 250000 Stück verkauft.

Pilzinfektionen im weiblichen Intimbereich

Pilzinfektionen im weiblichen Intimbereich

Welche Umstände begünstigen Scheidenpilz?

Bei einem gesunden Körper mit einem intakten Immunsystem haben die Pilze keine Chance, sich zu vermehren. Eine geschwächte Körper­abwehr jedoch ist nicht mehr in der Lage, eindringende Keime wirkungsvoll abzuwehren. Das ist besonders der Fall bei Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Krebs, Gicht oder Rheuma, da ihr Körper ununterbro­chen gegen diese Krankheiten ankämpfen muss. Beson­ders pilzanfällig sind auch geschwächte ältere Men­schen und Neugeborene, deren Immunsystem nicht mehr oder noch nicht optimal funktioniert.

Warum sind Antibiotika schädlich für die Scheide?

Auch das gesundeste Immunsystem ist machtlos ohne seine Verbündeten, die Schutzbakterien der Schleim­häute. Antibiotika unterscheiden nicht zwischen gut und böse, so dass sie mitsamt den Krankheitserregern auch die nützlichen Bakterien beseitigen. Haben besonders Breitbandantibiotika und Tetrazykline die Schutzbakte­rien der Vagina erst einmal lahmgelegt, finden Pilze in ihren feuchten und warmen Schleimhäuten den für sie idealen Nährboden und können sich völlig ungestört vermehren.

Was muss man bei der Intimhygiene beachten?

Den Schutzbakterien der Vagina machen jedoch nicht nur Medikamente den Garaus. Auch übertriebene Intim­hygiene mit Scheidenspülungen und Intimsprays zerstört längerfristig die schützende Scheidenflora und ebnet so Pilzinfektionen den Weg. Die gleiche Wirkung haben scharfe, parfümierte Seifen und Badesalze, die man da­her ebenfalls meiden sollte.

Wie sieht eine „pilzfreundliche” Bekleidung aus?

Die heutzutage üblichen Miederhöschen und eng anlie­genden Slips aus synthetischen Fasern unterbinden das Atmen der Haut. Unter der Wäsche entsteht ein extrem feuchtwarmes Klima, das Pilzen die Vermehrung erleichtert. Bei mo­disch engen Kleidungsstücken, besonders Jeans, passiert es außerdem leicht, dass die empfindlichen Hautstellen im Schambereich wundgerieben werden und damit eine Angriffsfläche für Pilzinfektionen bieten.

Welche Auswirkungen haben falsche Essgewohnheiten?

Meist ohne es zu ahnen, trägt der deutsche Durch­schnittsesser einiges zur guten Versorgung der Hefepilze bei. Denn zu den Leibgerichten der Schmarotzer gehört bekanntlich alles Süße, so dass wir mit Schokolade, Ku­chen oder gesüßten Getränken auch den Pilzen in der Vagina einen Gefallen tun.

Warum erhöhen Anti-Baby-Pille und Schwangerschaft das Risiko einer Pilzinfektion?

Auch das weibliche Hormon Östrogen regt Pilze zum Wachstum an. Daher stellen vor allem die hochdosier­ten östrogenhaltigen Anti-Baby-Pillen Risikofaktoren für eine Pilzinfektion dar. Einen hohen Östrogengehalt im Blut haben auch schwangere Frauen, so dass sie eben­falls besonders anfällig für Vaginalmykosen sind. Hinzu kommt, dass während der Schwangerschaft das Schei­dengewebe aufgelockert ist, die Schleimhäute feuchter sind und mehr Zucker enthalten. So bieten sie einem Pilz beste Wachstumsbedingungen. Da die Hormone der Anti-Baby-Pille den Eisprung verhindern, wird auch durch die Pille ein für Pilze einladendes Schleimhaut­milieu geschaffen.

Saftfasten mit Heilpflanzen

Saftfasten mit Heilpflanzen

 

Artischocke (Cynara scolymus)

Presssaft aus den frischen Blütenknos­pen der Artischocke

► Unterstützt die Verdauung, insbesondere bei Störungen der Fettverdauung

► Senkt Blutfette und Cholesterin­spiegel

► Mindert das Risiko für Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen (infolge Cholesterinablagerungen)

► Fördert die Regeneration der Leberzellen

► Regt den Gallenfluss und die Entgiftung der Leber an

► Beugt Gallensteinen vor

► Kurbelt den Stoffwechsel an

Nicht trinken bei Allergien gegen Korbblütler wie Artischocken.

Bei Gallensteinen nur nach Rückspra­che mit dem Arzt anwenden.

Brennnessel (Urtica dioica, Urtica urens)

Presssaft aus frischem Brennnessel­kraut

► Wirkt mild entwässernd

► Stoffwechselschlacken werden zügig ausgeschwemmt

► Stärkt das Bindegewebe

► Anregend für Magen und Darm

► Entsäuert

► Klärt unreine Haut

► Zur Durchspülungstherapie von Nieren und Blase bei Harnwegsentzün­dungen

Nicht geeignet als Durchspülungs­therapie bei Ödemen infolge einge­schränkter Herz- und Nierentätigkeit.

Kartoffel (Solanum tuberosum)

Presssaft aus frischen Kartoffeln

► Bindet überschüssige Magensäure, beugt Sodbrennen vor

► Wirkt der Übersäuerung des Orga­nismus entgegen

► Reichlich Kalium unterstützt die Reinigung und Entschlackung des Körpers, sorgt für ein straffes Binde­gewebe

► Unterstützt die Regeneration der Schleimhäute von Magen und Darm

► Regt den Stoffwechsel an

► Bei Sodbrennen, häufigem Aufstoßen, Völlegefühl

Selbst gemachter roher Kartoffelsaft kann in zu hoher Dosis giftig sein.

Kürbis (Cucurbita pepo)

Presssaft aus frischen Kürbisfrüchten

► Regt das Nieren- und Harn­system an

► Ausscheidend, entwässernd

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Presssaft aus frischem Löwenzahn­kraut und -wurzeln

► Stimuliert den gesamten Zellstoff­wechsel

► Aktiviert die Lebertätigkeit

► Kurbelt die Produktion von Gallen­saft an, was die Fettverdauung erleich­tert

► Zur Vorbeugung von Leber- und Gallenblasenstörungen

► Entwässernd aufgrund des hohen Kaliumgehalts

► Mild abführend

► Entsäuernd

► Bei Appetitlosigkeit, Magenpro­blemen, Völlegefühl

Magenbeschwerden, die durch einen Überschuss an Magensäure hervorge­rufen werden, können durch Löwen­zahnsaft verstärkt werden.

Petersilie (Petroselinum crispum)

Presssaft aus frischem Petersilienkraut

► Nierenanregend

► Verdauungsfördernd

► Magenstärkend

► Zur allgemeinen Anregung der Drüsentätigkeit

► Zur Stärkung von Nieren und Blase

Nicht für Schwangere geeignet.

Nicht zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Nieren Erkrankungen.

Zur »Blutreinigung« – Brennnessel, Löwenzahn und Artischocke

Um Ihnen die Qual der Wahl bei den fastenunterstützenden Heilpflanzensäften zu erleichtern: Mit Brennnessel-, Löwenzahn- und Ar­tischockensaft liegen Sie fast immer richtig. Die Pressprodukte dieser Wildpflanzen sind aufgrund ihrer anregenden Wirkung auf Darm, Leberfunktionen und Harnausscheidung wahre »Fasten-Allrounder«, die eigentlich bei keiner Frühjahrs-, Herbst- oder Schlankheits­kur fehlen dürften. Im naturmedizinischen Sprachgebrauch schreibt man ihnen eine »blutreinigende« Wirkung zu.

Während die bekannten Arzte aus der Antike, Hippokrates und Galen, zur Ableitung noch Aderlässe und stark abführende Substanzen ver­ordneten, setzt man heute auf vegetarische Diäten mit Heilpflanzensäften oder auf Fastenkuren mit frischen Säften, Mineralwässern, Kräutertees und mild abführenden Salzen. Sofern keine Nierenfunk­tionsstörung, ernsthafte Magenübersäuerung oder Gallensteinleiden vorliegen, sind Brennnessel-, Löwenzahn- oder Artischockensaft als Fastenbegleiter uneingeschränkt zu empfehlen. Wenn Sie sich hierzu im Unklaren sind, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Vom richtigen Zeitpunkt

Der beste Zeitpunkt für eine Saftfastenkur ist das Frühjahr. Durch Licht-, Luft- und Bewegungsmangel sowie durch vitalstoffärmeres Essen im Winter haben sich vermehrt Schlacken angesammelt, die nun abgebaut werden sollen. So eine Kur hilft gegen die im Frühling häufige Abgespanntheit. Sie stärkt die Abwehrkräfte und wirkt einer jahreszeitlich bedingten höheren Infekt Anfälligkeit entgegen. Auch der Herbst ist ein günstiger Zeitpunkt für eine reinigende Saft­fastenkur, da vor Beginn der kälteren Zeit ein höheres Infektionsrisiko besteht und der Organismus dringend Vitalstoffe braucht, die die Körperabwehr anregen. Säfte sind hierfür die besten Lieferanten. Auch die allgemeine Darmsanierung, die während des Fastens erzielt wird, bringt unsere Abwehrkräfte auf Trab.

Weitere unterstützende Heilpflanzensäfte

Andorn (Marrubium vulgare)

Presssaft aus frischem Andornkraut

► Steigert die Gallensaftproduktion

► Verbessert die Leberfunktionen

► Reguliert die Verdauung

Bärlauch (Allium ursinum)

Presssaft aus frischem, blühendem Bärlauchkraut

► Fördert die Durchblutung

► Regt Magen- und Darmdrüsen an

► Hemmt das Wachstum schädlicher Bakterien im Darm

► Stärkt Herz und Gefäße

Birke (Betula pendula, Betula pubescens)

Presssaft aus frischen Birkenblättern

► Entsäuernd

► Zur Durchspülungstherapie von Nieren und Blase

► Zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden

Brunnenkresse (Nasturtium officinale)

Presssaft aus frischem, blühendem Brunnenkressekraut

► Entgiftend und entschlackend

► Harntreibend

► Fördert den Gallenfluss

Nicht anwenden bei Magen- und Darmgeschwüren oder entzündlichen Nierenerkrankungen.

Nicht anwenden bei Überfunktion der Schilddrüse.

Knoblauch (Allium sativum)

Presssaft aus frischen Knoblauch­zwiebeln

► Senkt den Fettspiegel im Blut

► Beugt der Verengung von Arterien vor

► Blutdrucksenkend

► Keimtötend

► Sorgt für eine gesunde Darmflora

► Entgiftet den Darm

Nicht anwenden bei Allergie gegen Knoblauch oder Blutgerinnungsstörungen.

Schafgarbe (Achillea millefolium)

Presssaft aus frischem Schafgarbenkraut

► Beruhigend und krampflösend bei Magen-Darm-Verstimmungen

► Regt die Nierentätigkeit an (entwässert)

► Aktiviert die Gallensaftproduktion

► Bei Völlegefühl, Appetitlosigkeit

Nicht anwenden bei Überempfind­lichkeit gegen Schafgarbe (Korb­blütler).

Schwarzrettich (Raphanus sativus)

Presssaft aus frischen Schwarzrettich­wurzeln

► Regt die Leberfunktionen an

► Stimuliert den Gallenfluss und beugt Gallenbeschwerden vor

► Kurbelt die Verdauung an

► Wirkt darüber hinaus entzündungs­hemmend, schleimlösend, husten­stillend

Bei Gallensteinen nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen.

Wermut (Artemisia absinthium)

Presssaft aus frischem Wermutkraut

► Regt Magen und Darm an

► Unterstützt die Leber- und Gallefunktionen

► Bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen

Nicht bei Überempfindlichkeit gegen Wermut (Korbblütler).

Zinnkraut (Equisetum arvense)

Presssaft aus frischem Schachtelhalmkraut

► Regt die Nierentätigkeit an

► Zur Ausschwemmung von Wasser­ansammlungen im Gewebe

Nicht zur Durchspülungstherapie bei Ödemen infolge eingeschränkter Herz oder Nierenfunktion verwenden.

Osteopathie bei ständigen Rückenschmerzen

Osteopathie bei ständigen Rückenschmerzen

Die Fallgeschichte

Der 43-jährige Peter P. war im Büro als Kaufmann tätig und hatte etwa seit dem 20. Lebensjahr immer wieder auftretende Schmerzen im un­teren Bereich des Rückens. In all den Jahren hatte er sich schon vielen Therapien unterzogen und Röntgen- und CT-Aufnahmen anfertigen lassen, aber bis auf kurzfristige Verbesserungen des Zustands von ma­ximal einem knappen Jahr traten die Beschwerden immer wieder auf. Im Lauf der Jahre wurden die Symptome stärker: Die Schmerzen nah­men zu, sie strahlten allerdings nicht aus, sondern blieben meist zen­tral im unteren Bereich der Wirbelsäule lokalisiert.

Der osteopathische Befund

Durch Zufall erfuhr Herr P. von Heilungserfolgen durch die Anwen­dung der Osteopathie und beschloss, einen Osteopathen aufzusuchen. Es wurde ein Termin vereinbart, und einige Tage später saß Herr P. im Untersuchungszimmer des osteopathischen Therapeuten. Die Unter­suchungstechnik begeisterte Herrn R, denn so gründlich war er noch nie untersucht worden. Es folgten statische und Bewegungsuntersu­chungen, und nach etwa 45 Minuten stellte der osteopathische Thera­peut die folgenden Diagnosen. Bei Herrn P. lagen vor:

► Eine Kreuzbeinfehlstellung

► Eine rückwärtige Verdrehung (Torsion)

► Eine Verschiebung des Beckenkamms

► Eine Verdrehung der rechten Darmbeinschaufel (Ilium, oberer Teil des Hüftbeins) nach hinten, was eine Verkürzung des Bein bewirkt

► Eine seitliche Verkrümmung (Skoliose) der Lendenwirbelsäule

Der Therapeut erklärte diese Befunde an einem Modell und zum Teil auch an den von Herrn P. mitgebrachten Röntgenbildern. Er veranlass­te des Weiteren zur Sicherstellung der Diagnose eine Computertomo­grafie der unteren Wirbelsäule.

Der Behandlungsverlauf: Die McKenzie-Technik

Eine Woche später begann nach Vorlage des neuen Bildmaterials die Behandlung. Der Osteopath erklärte, dass es sich bei Herrn P. um eine Verdrehung des Beckens (Torsion) handle. Er erklärte ihm weiter, dass an der Aufrechterhaltung dieser Beckenringfehlstellung die Verkrümmung der Lendenwirbelsäule (lumbale Skoliose) maßgeblich beteiligt sei. Mit den osteopathischen Methoden der Muskelenergietechnik (siehe Seite 29) wurde die Wirbelsäulenverkrümmung des Patienten in Seitenlage behandelt. Die nächsten Therapieschritte setzten sich dann mit der Zurückverlagerung des fehlgestellten Beckens fort. Die Bein­längendifferenz verschwand dadurch. Das nach rückwärts gedrehte Kreuzbein wurde mit den Techniken der Osteopathie (McKenzie-Tech­nik) und der Chiropraktik wieder richtig gestellt. Nach fünf Behand­lungen war die Beckenringfehlstellung behoben, in den beiden folgen­den Sitzungen auch die Schulterfehlstellungen.

Der Behandlungserfolg

Nach sieben Sitzungen war der Patient absolut beschwerdefrei. Die Fehlstellungen, d. h. die Beckendrehung und der Schulterschiefstand, waren behoben. Die Schmerzen waren verschwunden, und es wurde eine Nachuntersuchung nach sechs Monaten vereinbart. Bei diesem Termin wurde die normale Position des Beckenrings, des Steißbeins, der Schulter- und der Kopfgelenke nochmals überprüft und kein neuer Befund festgestellt.

 Durch sieben Therapiesitzungen schmerzfrei

Herr S. war auch nach sechs Monaten, trotz normaler Belastung, im­mer noch absolut beschwerdefrei. Er war begeistert von der osteopa­thischen Therapie, die ihm keinerlei Schmerzen bereitet hatte, die im Gegenteil sehr angenehm gewesen war und ihn von einem Schmerz­leiden, das über viele Jahre bestand, in schonender Weise und mit ei­nem so eindrucksvollen Erfolg in lediglich sieben Behandlungstagen befreit hatte.