
Der Schlüssel zu Ihrer Immobilienfinanzierung liegt nicht in perfekten Bilanzen, sondern in einem unternehmerischen Gesamtkonzept.
- Banken bewerten nicht nur Ihre Vergangenheit, sondern vor allem Ihr Potenzial als strategischer Investor.
- Ein Plan für Verwaltung, Wertsteigerung und Risikomanagement ist oft überzeugender als reines Eigenkapital.
Empfehlung: Betrachten Sie Ihre Immobilie von Tag eins an als ein Unternehmen. Präsentieren Sie Ihrer Bank nicht nur einen Kreditwunsch, sondern einen Businessplan für Ihr Investment – das ist Ihre einzigartige Finanzierungs-DNA.
Sie sind Freiberufler, Gründer oder leben in einer modernen Patchwork-Familie? Dann kennen Sie das Gefühl: Ihr Leben passt in keine Excel-Tabelle, und schon gar nicht in die starren Kriterien traditioneller Banken. Der Traum vom Eigenheim scheint oft an der Realität eines unregelmäßigen Einkommens oder einer komplexen Lebenssituation zu zerschellen. Man rät Ihnen, erst einmal drei lückenlose Steuerjahre vorzuweisen, massives Eigenkapital anzusparen und am besten alle Risiken zu eliminieren. Doch dieser Weg ignoriert Ihre größte Stärke: Ihr unternehmerisches Denken.
Was wäre, wenn der entscheidende Faktor für Ihren Immobilienkredit nicht die Glättung Ihrer Vergangenheit, sondern ein überzeugender Plan für die Zukunft ist? Was, wenn Ihre Fähigkeit, strategisch zu denken und ein Projekt zu managen, mehr wiegt als ein gleichmäßiges Angestelltengehalt? Genau hier setzt das Konzept der persönlichen „Finanzierungs-DNA“ an. Es geht darum, der Bank zu beweisen, dass Sie nicht nur ein Haus kaufen, sondern ein wertvolles Asset managen können. Sie sind kein Bittsteller, sondern ein Geschäftspartner.
Dieser Artikel ist Ihr Bauplan dafür. Wir verlassen die ausgetretenen Pfade der Standardberatung und zeigen Ihnen, wie Sie eine Finanzierung konstruieren, die so individuell ist wie Ihr Lebensentwurf. Wir entschlüsseln, wie Sie kreative Finanzierungsbausteine kombinieren und durch einen professionellen Managementplan für Ihre Immobilie eine strategische Bonität aufbauen, die Banken überzeugt. Es ist Zeit, Ihre vermeintlichen Schwächen in die überzeugendsten Argumente für Ihren Erfolg zu verwandeln.
Um diesen ganzheitlichen Ansatz zu verstehen, haben wir den Weg zu Ihrer maßgeschneiderten Finanzierung in logische Etappen unterteilt. Der folgende Inhalt führt Sie von der strategischen Planung über die Finanzierungsbausteine bis hin zum Management Ihrer Immobilie als wertsteigerndes Investment.
Inhalt: Ihr Weg zur maßgeschneiderten Immobilienfinanzierung
- Hausverwaltung: Selber machen oder abgeben? Eine ehrliche Rechnung für private Vermieter
- Der 20-Jahres-Plan für Ihr Haus: So vermeiden Sie den Sanierungsstau und investieren strategisch
- Ärger mit dem Mieter vermeiden: Die 5 häufigsten Konflikte und wie Sie sie von Anfang an verhindern
- Goldgrube Dachboden: Wie Sie durch strategische Umbauten den Wert Ihrer Immobilie maximieren
- Die digitale Hausverwaltung: Diese 3 Tools sparen Ihnen als privater Vermieter Zeit und Nerven
- Traumhaus trotz schwankendem Einkommen: Die Finanzierungs-Strategie für Selbstständige in Deutschland
- Geld von der Familie leihen: So gestalten Sie ein Darlehen, das Finanzamt und Familienfrieden schont
- Deutschlands nächste Boom-Regionen: So identifizieren Sie das „neue München“, bevor es alle tun
Hausverwaltung: Selber machen oder abgeben? Eine ehrliche Rechnung für private Vermieter
Für einen Kreditgeber ist eine vermietete Immobilie eine Einnahmequelle, die seinen Kredit absichert. Ihre erste Aufgabe im Finanzierungsgespräch ist es daher zu beweisen, dass Sie diese Einnahmequelle professionell managen können. Die Frage „Selbstverwaltung oder Fremdverwaltung?“ ist keine Nebensache, sondern ein zentraler Baustein Ihrer Finanzierungs-DNA. Eine unklare Strategie bedeutet für die Bank ein unkalkulierbares Risiko. Präsentieren Sie stattdessen eine klare Entscheidung, die auf einer soliden Kalkulation basiert.
Die Entscheidung hängt von Kosten, Zeit und Ihrer Expertise ab. Eine externe Verwaltung kostet Geld, sichert aber professionelle Abläufe und entlastet Sie. Angesichts der Tatsache, dass laut einer Branchenerhebung 82 % der Hausverwaltungen für 2024 eine Preiserhöhung planten, ist eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse unerlässlich. Die Selbstverwaltung spart zunächst Geld, bindet aber enorm viel Zeit und erfordert juristisches sowie technisches Wissen. Ein Fehler bei der Nebenkostenabrechnung kann Sie schnell mehr kosten als eine Jahresgebühr für einen Profi.
Zeigen Sie Ihrer Bank, dass Sie diese Entscheidung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Legen Sie eine transparente Rechnung vor, die belegt, dass Sie die Verwaltung im Griff haben – egal, für welchen Weg Sie sich entscheiden. Dies signalisiert unternehmerische Weitsicht und macht Sie zu einem verlässlichen Partner.
Ihr Plan für das Bankgespräch: Die Management-Strategie
- Kosten kalkulieren: Legen Sie eine Vergleichsrechnung vor. Was kostet eine externe Verwaltung (durchschnittlich 26,15 €/Einheit) im Vergleich zu Ihrer geschätzten Zeitinvestition (mind. 5 Stunden/Monat)?
- Kompetenz nachweisen: Wenn Sie selbst verwalten, listen Sie Ihre Kenntnisse (z. B. durch Kurse) oder Ihr Netzwerk (z. B. Steuerberater, Handwerker) auf.
- Risiken bewerten: Zeigen Sie auf, wie Sie Mietausfälle oder Rechtsstreitigkeiten absichern (z. B. durch eine Rechtsschutzversicherung oder Rücklagen).
- Steuerliche Vorteile prüfen: Erklären Sie, wie Sie die Verwaltungskosten als Werbungskosten absetzen und so die Rendite optimieren.
- Angebote einholen: Legen Sie dem Finanzierungsgespräch optional 1-2 Vergleichsangebote lokaler Verwaltungen bei, um Ihre Marktanalyse zu untermauern.
Der 20-Jahres-Plan für Ihr Haus: So vermeiden Sie den Sanierungsstau und investieren strategisch
Eine Bank finanziert nicht nur den Kaufpreis, sondern investiert in den langfristigen Wert einer Immobilie. Ein häufiger Grund für Wertverlust ist der gefürchtete Sanierungsstau. Als strategischer Investor beweisen Sie Weitblick, indem Sie bereits im Finanzierungsantrag einen groben 20-Jahres-Plan für Instandhaltung und Modernisierung vorlegen. Dies zeigt, dass Sie die Immobilie nicht nur nutzen, sondern aktiv entwickeln wollen – ein starkes Signal, das Ihre Bonität weit über die reinen Einkommensnachweise hinaus stärkt.
Dieser Plan muss kein detailliertes Gutachten sein. Es geht darum, die typischen Lebenszyklen von Bauteilen zu kennen und vorausschauend zu budgetieren. Wann wird das Dach fällig (ca. 30-50 Jahre)? Wann die Heizungsanlage (ca. 15-20 Jahre)? Wann die Fenster (ca. 25-40 Jahre)? Indem Sie diese Posten in einer Zeitachse skizzieren und eine monatliche Instandhaltungsrücklage (eine gängige Faustformel ist 1 € pro Quadratmeter und Monat) einplanen, demonstrieren Sie finanzielle Reife.

Wie die Visualisierung andeutet, ist ein solcher Plan ein lebendiges Dokument. Er verbindet notwendige Reparaturen mit wertsteigernden Maßnahmen. Vielleicht kombinieren Sie den Austausch der alten Heizung mit der Installation einer Solaranlage oder die Fassadendämmung mit einem neuen Anstrich. Für die Bank bedeutet dieser strategische Ansatz vor allem eines: Ihr Investment wird mit der Zeit nicht an Wert verlieren, sondern gewinnen. Die Immobilie selbst wird so zu einer zusätzlichen Sicherheit, die das Risiko für den Kreditgeber minimiert.
Ärger mit dem Mieter vermeiden: Die 5 häufigsten Konflikte und wie Sie sie von Anfang an verhindern
Stabile Mieteinnahmen sind das Rückgrat Ihrer Finanzierung. Jeder Konflikt mit einem Mieter gefährdet diesen Cashflow und stellt für die Bank ein Risiko dar. Ein wesentlicher Teil Ihrer unternehmerischen Strategie ist es daher, proaktiv für ein gutes Mietverhältnis zu sorgen. Anstatt auf Probleme zu reagieren, antizipieren Sie sie. Die häufigsten Konfliktpunkte – Nebenkostenabrechnung, Schönheitsreparaturen, Lärmbelästigung, Mietmängel und die Haltung von Haustieren – lassen sich durch klare Kommunikation und einen wasserdichten Mietvertrag von Anfang an entschärfen.
Ein professionelles Vorgehen bedeutet nicht, unnachgiebig zu sein. Im Gegenteil: Oft ist eine schnelle, kulante Lösung weitaus wirtschaftlicher als ein langwieriger Rechtsstreit. Die Kosten für einen Anwalt und Gerichtsverfahren übersteigen schnell den Wert des ursprünglichen Streitpunkts, ganz zu schweigen von der investierten Zeit und den Nerven. Einem guten Mieter bei einer kleinen Reparatur entgegenzukommen, kann die Beziehung stärken und langfristig für pünktliche Mietzahlungen sorgen. Diese Haltung beweist, dass Sie Ihre „Kunden“ – die Mieter – wertschätzen und Ihr „Unternehmen Immobilie“ auf Stabilität ausrichten.
Die finanzielle Kluft zwischen einem lösungsorientierten Ansatz und einem eskalierenden Konflikt ist erheblich, wie eine vergleichende Analyse zeigt.
| Konfliktart | Kulanz-Kosten | Rechtsstreit-Kosten | Zeitaufwand |
|---|---|---|---|
| Kleine Reparatur | 200-500€ | 2.000-5.000€ | 2h vs. 20h+ |
| Nebenkostenstreit | 100-300€ | 1.500-3.000€ | 3h vs. 15h+ |
| Schönheitsreparatur | 300-800€ | 3.000-8.000€ | 5h vs. 30h+ |
Präsentieren Sie Ihrer Bank nicht nur die erwarteten Mieteinnahmen, sondern auch Ihre Strategie zur Konfliktvermeidung. Das kann ein Muster für ein Übergabeprotokoll, eine klare Hausordnung oder der Nachweis einer Vermieter-Rechtsschutzversicherung sein. Jedes dieser Elemente reduziert das Risiko von Mietausfällen und stärkt das Vertrauen in Ihre Managementfähigkeiten.
Goldgrube Dachboden: Wie Sie durch strategische Umbauten den Wert Ihrer Immobilie maximieren
Fehlendes Eigenkapital ist eine der größten Hürden für Selbstständige. Doch was, wenn Sie der Bank eine andere Form von Kapital anbieten können: das Wertsteigerungspotenzial Ihrer Immobilie? Viele Altbauten verbergen ungenutzte Flächen, die sich mit überschaubarem Aufwand in wertvollen Wohnraum verwandeln lassen. Ein unausgebauter Dachboden oder ein Keller mit Tageslicht sind keine Mängel, sondern versteckte Chancen. Indem Sie einen konkreten Plan für deren Ausbau in Ihr Finanzierungskonzept integrieren, schaffen Sie eine überzeugende Argumentation.
Ein solcher Plan zeigt der Bank, dass Sie das Potenzial des Objekts voll ausschöpfen wollen. Sie kaufen nicht nur „Quadratmeter“, sondern schaffen aktiv neue. Legen Sie eine grobe Kalkulation vor: Was kostet der Ausbau (Material, Handwerker, Genehmigungen)? Und welche zusätzliche Mieteinnahme oder welcher höhere Verkaufswert lässt sich dadurch erzielen? Oft kann die erwartete Wertsteigerung einen Teil des fehlenden Eigenkapitals argumentativ ersetzen oder die Finanzierung der Umbaumaßnahmen selbst rechtfertigen.

Die Transformation von ungenutztem Raum in eine „Goldgrube“ ist ein starkes unternehmerisches Signal. Es beweist, dass Sie Chancen erkennen und in der Lage sind, den Wert Ihres Investments aktiv zu steigern. Anstatt nur nach einer Finanzierung für den Status quo zu fragen, beantragen Sie Kapital für ein klar definiertes Wachstumsprojekt. Dieser proaktive Ansatz hebt Sie deutlich von anderen Antragstellern ab und macht Ihre Finanzierungs-DNA für den Kreditgeber besonders attraktiv.
Die digitale Hausverwaltung: Diese 3 Tools sparen Ihnen als privater Vermieter Zeit und Nerven
Effizienz ist ein Schlüsselprinzip jedes erfolgreichen Unternehmers. In der Immobilienverwaltung bedeutet dies, repetitive Aufgaben zu automatisieren und Prozesse zu verschlanken. Für Ihre Finanzierung ist der Nachweis dieser Effizienz ein weiterer Baustein Ihrer strategischen Bonität. Indem Sie aufzeigen, dass Sie moderne, digitale Tools für die Hausverwaltung nutzen oder deren Einsatz planen, signalisieren Sie Kostenbewusstsein, Organisation und Professionalität. Sie zeigen, dass Sie Ihre Zeit nicht mit Papierkram verschwenden, sondern sich auf das Wesentliche konzentrieren: die Optimierung Ihres Investments.
Digitale Verwaltungstools sind keine teure Spielerei mehr, sondern erschwingliche Helfer für private Vermieter. Sie automatisieren die Mieteingangskontrolle, erstellen rechtssichere Nebenkostenabrechnungen mit wenigen Klicks und archivieren alle wichtigen Dokumente revisionssicher in der Cloud. Dies minimiert nicht nur den Verwaltungsaufwand, sondern auch die Fehlerquote, die bei manueller Bearbeitung oft zu teuren Konflikten mit Mietern führt. Lösungen wie Vermietet.de, objego oder Immoware24 sind oft günstiger als eine externe Verwaltung und bieten Ihnen die volle Kontrolle.
Im Gespräch mit der Bank können Sie argumentieren, dass der Einsatz solcher Software Ihre Betriebskosten senkt und die Zuverlässigkeit Ihrer Einnahmenübersicht erhöht. Anstatt monatlich Kontoauszüge zu wälzen, haben Sie per Knopfdruck einen tagesaktuellen Überblick über Ihren Cashflow. Diese Transparenz und Effizienz sind für jeden Kreditgeber überzeugende Argumente, die Ihr unternehmerisches Profil schärfen.
Traumhaus trotz schwankendem Einkommen: Die Finanzierungs-Strategie für Selbstständige in Deutschland
Dies ist das Herzstück Ihrer Herausforderung – und Ihrer Chance. Banken bewerten Selbstständige oft anhand der Tiefpunkte ihres Einkommens, nicht anhand der Durchschnitts- oder Spitzenwerte. Die Standardantwort „Geht nicht“ ist jedoch nur die bequeme Reaktion auf ein unbekanntes Risiko. Ihre Aufgabe ist es, dieses Risiko für die Bank greifbar und kalkulierbar zu machen. Der Schlüssel liegt darin, Ihre finanzielle Situation zu glätten und Flexibilität in die Finanzierungsstruktur einzubauen. Anstatt zu hoffen, dass die Bank Ihre schwankenden Einnahmen versteht, präsentieren Sie ihr die Lösung gleich mit.
Ein entscheidendes Werkzeug ist die Vorbereitung. Sammeln Sie nicht nur die Steuerbescheide der letzten drei Jahre, sondern bereiten Sie diese mit einer sauberen Trennung von Geschäfts- und Privatkonten sowie einer transparenten Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) oder BWA auf. Ein mächtiges Instrument ist der Aufbau eines „Gewinn-Glättungs-Fonds“ – ein separates Konto, auf dem Sie Rücklagen für schwächere Monate bilden. Dies zeigt der Bank, dass Sie Ihre Liquidität aktiv steuern. Verhandeln Sie zudem flexible Vertragsbestandteile: Hohe Sondertilgungsrechte (z. B. 10 % pro Jahr) ermöglichen es Ihnen, in umsatzstarken Phasen den Kredit schneller zurückzuzahlen, während ein Darlehensmix aus Festzins- und variablem Anteil die monatliche Rate anpassen kann.
Fallstudie: Erfolgsstrategie eines Freelancers
Ein IT-Freelancer aus München stand 2024 vor der Herausforderung, eine Finanzierung über 450.000 € zu sichern, obwohl seine Monatseinkommen zwischen 3.000 € und 12.000 € schwankten. Seine erfolgreiche Strategie, die als Beispiel für clevere Planung dient, basierte auf mehreren Säulen: Er wies einen über drei Jahre aufgebauten Gewinn-Glättungs-Fonds mit einem Durchschnittsgewinn von 80.000 € pro Jahr nach. Seine Finanzierung strukturierte er aus einer Kombination von 60 % Festzinsdarlehen für die Planungssicherheit und 40 % variablem Darlehen für mehr Flexibilität. Das entscheidende Argument war jedoch die vereinbarte Sondertilgungsoption von 10 % jährlich, die ihm erlaubt, in guten Geschäftsjahren signifikante Teile des Kredits vorzeitig zu tilgen und so das Risiko für die Bank aktiv zu reduzieren.
Zusätzliche Sicherheiten wie eine Risikolebensversicherung oder der Nachweis einer privaten Krankenversicherung mit Altersrückstellungen können Ihre Bonität weiter stärken. Es geht darum, ein Mosaik aus Sicherheitsbausteinen zu schaffen, das Ihre Zuverlässigkeit trotz schwankender Einnahmen beweist.
Geld von der Familie leihen: So gestalten Sie ein Darlehen, das Finanzamt und Familienfrieden schont
Wenn das Eigenkapital die letzte Hürde darstellt, ist der Blick ins private Umfeld eine legitime und oft entscheidende Option. Ein Darlehen von der Familie kann die Lücke schließen, die eine Bank nicht zu füllen bereit ist. Doch dieser Schritt erfordert dieselbe Professionalität wie der Umgang mit einem institutionellen Kreditgeber. Ein formloser Handschlag kann schnell zu Missverständnissen, steuerlichen Problemen und im schlimmsten Fall zum Bruch des Familienfriedens führen. Behandeln Sie ein Familiendarlehen daher wie ein offizielles Geschäft – das schützt alle Beteiligten.
Das A und O ist ein schriftlicher Darlehensvertrag. Dieser sollte alle wesentlichen Punkte regeln: Darlehenssumme, Zinssatz, Tilgungsplan und Regelungen für den Fall eines Zahlungsausfalls. Ein marktüblicher Zinssatz ist wichtig, damit das Finanzamt das Darlehen nicht als verdeckte Schenkung einstuft. Apropos Schenkung: Nutzen Sie die legalen Möglichkeiten. Gemäß § 16 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) können Eltern jedem Kind alle 10 Jahre bis zu 400.000 € steuerfrei schenken. Dies kann als Eigenkapitalspritze dienen, ohne dass eine Rückzahlung vereinbart werden muss.
Für die Bank ist ein sauber dokumentiertes Familiendarlehen, das im Rang hinter dem Bankkredit zurücktritt (sog. Nachrangdarlehen), eine willkommene Stärkung Ihrer Eigenkapitalbasis. Es zeigt, dass Ihr direktes Umfeld an Sie und Ihr Projekt glaubt – ein starkes soziales Signal, das über reine Zahlen hinausgeht. Kommunizieren Sie dies offen und legen Sie den Vertrag vor, um volle Transparenz zu schaffen und Ihre Finanzierungs-DNA um eine weitere wichtige Komponente zu ergänzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ihre stärkste Währung ist nicht Ihr letzter Steuerbescheid, sondern Ihr unternehmerischer Weitblick. Denken Sie Ihre Immobilie als strategisches Investment.
- Ein ganzheitlicher Finanzierungsplan, der Verwaltung, Instandhaltung und Wertsteigerung von Anfang an mitdenkt, ist überzeugender als reines Eigenkapital.
- Kreative Bausteine wie flexible Tilgungsoptionen, Nachrangdarlehen aus der Familie und der Nachweis von Risiko-Puffern machen Sie zum Wunschkunden für die Bank.
Deutschlands nächste Boom-Regionen: So identifizieren Sie das „neue München“, bevor es alle tun
Der letzte, aber vielleicht entscheidendste Baustein Ihrer Finanzierungs-DNA ist die Wahl des Standorts. Eine Bank bewertet nicht nur Sie als Kreditnehmer, sondern auch den zukünftigen Wert der Immobilie, die als Sicherheit dient. Indem Sie nachweisen, dass Sie sich nicht nur aus emotionalen Gründen für einen Ort entschieden haben, sondern eine fundierte Marktanalyse durchgeführt haben, vollenden Sie Ihr Profil als strategischer Investor. Sie zeigen, dass Sie Ihr Kapital in eine Region mit Zukunftspotenzial lenken und nicht auf einen überhitzten Markt setzen, dessen Blase platzen könnte.
Das „neue München“ zu finden, bedeutet, Regionen zu identifizieren, die heute noch unter dem Radar fliegen, aber starke Wachstumssignale aussenden. Anstatt auf die bereits teuren A-Städte zu blicken, analysieren Sie B- und C-Städte im Speckgürtel von Metropolen oder in aufstrebenden Wirtschaftsclustern. Achten Sie auf folgende Indikatoren:
- Infrastrukturprojekte: Ein neuer ICE-Anschluss, der Ausbau einer Autobahn oder die Anbindung an ein Glasfasernetz werten eine ganze Region auf.
- Unternehmensansiedlungen: Wenn große Firmen Forschungszentren oder Produktionsstätten eröffnen, ziehen qualifizierte Arbeitskräfte nach und die Nachfrage nach Wohnraum steigt.
- Demografische Entwicklung: Zieht es junge Familien in die Region? Gibt es einen Zuzug von Studenten durch den Ausbau einer Hochschule? Positive demografische Daten sind ein starkes Zeichen für zukünftiges Wachstum.
- Leerstandsquote: Eine sinkende Leerstandsquote bei Wohn- und Gewerbeimmobilien deutet auf eine anziehende Nachfrage hin.
Fassen Sie Ihre Recherche in einem einseitigen Exposé zusammen und legen Sie es Ihrem Finanzierungsantrag bei. Es belegt, dass Ihr Investment auf einem soliden, zukunftsorientierten Fundament steht. Dies kann das Zünglein an der Waage sein, das den Kreditgeber endgültig von der Nachhaltigkeit und dem geringen Risiko Ihres Vorhabens überzeugt.
Beginnen Sie noch heute damit, Ihre persönliche Finanzierungs-DNA zu entwerfen. Analysieren Sie Ihr Projekt nicht nur als Wohntraum, sondern als unternehmerische Chance – und machen Sie den ersten Schritt zu Ihrer maßgeschneiderten Finanzierung.
Häufig gestellte Fragen zur digitalen Immobilienverwaltung
Wie viel kostet professionelle Verwaltungssoftware monatlich?
Digitale Lösungen wie objego oder Vermietet.de kosten in der Regel zwischen 5 und 30 € pro Einheit und Monat. Dies ist oft günstiger als klassische Hausverwaltungen, die für vergleichbare Leistungen meist zwischen 24 und 40 € verlangen und weniger Flexibilität bieten.
Welche Funktionen sollte eine Verwaltungssoftware mindestens haben?
Die drei unverzichtbaren Kernfunktionen sind: eine automatische Mieteingangskontrolle zur Überwachung des Cashflows, eine Funktion zur digitalen Erstellung der Nebenkostenabrechnung zur Fehlervermeidung und eine rechtssichere Dokumentenverwaltung für Mietverträge und Übergabeprotokolle.
Sind digitale Übergabeprotokolle rechtlich bindend?
Ja. Sofern digitale Übergabeprotokolle mit einer qualifizierten digitalen Signatur versehen sind und eine lückenlose Fotodokumentation des Zustands der Wohnung enthalten, werden sie vor deutschen Gerichten als vollwertiges Beweismittel anerkannt und bieten somit Rechtssicherheit.